Denn für mich erzählen sie nicht davon, dass der Mensch verschwinden soll.
Sie erzählen davon, dass für einen Augenblick etwas anderes verschwinden darf: das ständige Ich.
Das Ich, das bewertet.
Das Ich, das festhält.
Das Ich, das Recht haben möchte.
Das Ich, das sich mit gestern beschäftigt und vor morgen fürchtet.
Wir setzen uns vor den Berg und zunächst sind da zwei:
der Berg und ich.
Ich betrachte ihn. Ich denke über ihn nach. Vielleicht benenne und bewerte ich ihn.
Doch wenn wir wirklich still werden, kann sich etwas verändern.
Wir hören auf, den Augenblick ständig erklären zu wollen. Gedanken kommen und gehen. Erwartungen werden leiser. Die Grenze zwischen dem, der betrachtet, und dem, was betrachtet wird, verliert für einen Moment ihre Bedeutung.
Bis nur noch der Berg bleibt.
Nicht weil wir nicht mehr existieren.
Sondern weil wir für einen Augenblick aufgehört haben, uns selbst zwischen uns und das Leben zu stellen.
Genau darin liegt für mich eine tiefe buddhistische Erfahrung: Wir müssen nicht alles festhalten, benennen oder verstehen. Manches dürfen wir einfach erfahren.
Vielleicht beginnt wirkliche Stille genau dort, wo wir nicht mehr fragen: